Welche Matratze bei einem Bandscheibenvorfall? Tipps und Irrtümer!

Mit diesem Beitrag verschaffe ich Ihnen einen Überblick, falls Sie einen Bandscheibenvorfall haben und nachts vor Schmerzen nicht schlafen können. Ich bin Physiotherapeut und habe ein individuelles Matratzen-Konzept für Menschen mit Bandscheibenvorfällen entwickelt.

 

Was ist ein Bandscheibenvorfall und gibt es spezielle Bandscheiben-Matratzen?

Bei einem Bandscheibenvorfall verlagert sich die Bandscheibe bzw. Material aus der Bandscheibe in die Peripherie. Verschiedene Komplikationen können enstehen, die wiederum bei jedem Menschen anders verlaufen. Es kann z.B. eine Nervenwurzel direkt bedrängt werden, was zu sensiblen oder sogar motorischen Störungen führen kann. Es kann der Kern der Bandscheibe in den Wirbelkanal "laufen" und andere Beschwerden auslösen. Bandscheibenvorfälle sind oft sehr schmerzhaft und lange präsent, bis sich eine Besserung einstellt. In einigen Fällen muss sogar operiert werden, falls die neurologischen Ausfälle zu stark sind oder sich nicht bessern. In diesem Fall versucht ein Neurochirurg Schlimmeres zu verhindern.

 

Bandscheiben Matratzen Vorfall

Hier ist mein Video für Euch, danach unbedingt weiterlesen!

5 große Irrtümer beim Kauf einer "bandscheiben"freundlichen Matratze:

Irrtum 1: Die Matratze muss hart sein!

Falsch! Es stimmt zwar, dass Sie nicht durchhängen sollen, aber eine Matratze muss z.B. dem Becken und der Schulter ausreichend Platz zum Einsinken geben. Nur dann kann die Wirbelsäule druckfrei gelagert werden und sich in der Nacht erholen. Wir verbauen immer feste und weiche Zonen aus unterschiedlichen Schäumen, um den Körper in der Mitte zu stützen, aber auch um Bereiche zu entlasten.

 

Irrtum 2: Viscose-Memory-Schaum ist gut für die Bandscheibe!

Viscoseschaum entlastet primär das Bindegewebe und ist für Menschen geeignet, die nachts nicht schwitzen. Wir verwenden diesen Schaum optional als Topper und nicht im Kern, denn Viscose kann bei zuviel Druck und Wärme im Laufe der Nach instabil werden und erneut nachgeben. Als Topper auf dem Kern ist dieser für extrem druckempfindlichen Menschen gut geeignet. Generell gibt es aber kein Material, welches intelligent nachgibt oder stützt, wo es dies anatomisch notwendig ist.

 

Irrtum 3: Ein Wasserbett entlastet die Bandscheibe, denn im Wasser ist man leichter!

Ich habe regelmäßig Patienten, die ihre Beschwerden mit einem Wasserbett verstärkt haben. Man liegt ja auch eher auf dem Wasser und nicht im Wasser. Ein Wasserbett ist sehr elastisch, da sich Wasser gut verdrängen und Körperpartien stark einsinken lässt. Das große Problem ist jedoch die fehlende Stützkomponente. Ein Schlafsystem darf nicht nur nachgeben, sondern es muss auch die Körpermitte stützen. Es ist aber nicht möglich mit Wasser verschiedene Härten zu erzeugen. Es gibt nur einen durchgehenden Härtegrad und das hat zumindest bei uns noch nie geklappt!

 

Irrtum 4: Billige Matratzen-Testsieger tun´s auch!

Gerne würden wir auch massenhaft billige Matratzen verkaufen, dann würden wir mehr verkaufen und mehr Gewinn machen. Es ist aber schlicht und einfach nicht möglich, Menschen mit Schmerzen mit Billig-Matratzen zu helfen. Bei der Qualität der Schäume trennen sich Welten und billiger Schaum ist absolut ungeeignet, um Ihren Rücken etwas Gutes zu tun. Billige Schäume sind nicht elastisch genug und verlieren schnell ihre Rückstellkraft. Man liegt ganz anders und nach 1-2 Jahren sind die ersten Kuhlen da. Billige Schäume sind spröde und starr und kosten im Einkauf nur ein Bruchteil von hochwertigen Schäumen.

 

Irrtum 5: Eine hochwertige Matratze hilft den Bandscheiben, sich zu erholen!

So einfach ist es leider auch wieder nicht. Es muss nicht nur der Schaum hochwertig sein, sondern die Matratze muss auf Ihren Körper angepasst werden! Wenn Sie einfach nur auf einer guten Matratze schlafen, die nicht individuell auf Sie zugeschnitten wurde, nütz Ihnen das wenig! Sie entlasten damit nur Ihren Geldbeutel und weniger Ihre Bandscheiben.

Rückenschmerzen Matratzen

Wichtige Tipps für die richtige Matratze bei einem Bandscheibenvorfall:

 

Tipp 1: Um Schmerzen zu reduzieren, sollten Sie sich eine "angepasste" Matratze zulegen!

Bandscheiben-"freundlich" bedeutet, dass eine Matratze speziell für Sie angepasst wird. Es sollte nicht nur Ihr Körpergewicht berücksichtigt, sondern Ihre individuelle Anatomie auf die Matratze übertragen werden. So bleibt die natürliche Wuchsrichtung Ihrer Wirbelsäule erhalten. Wir berücksichtigen neben Ihrem Körpergewicht auch Ihre Körperlänge, bevorzugte Liegeposition und Proportionen, also die Verteilung des Gewichtes am Körper sowie weitere wichtige Eckdaten. Dazu haben wir eine Software entwickelt, die aufgrund dieser Daten eine Matratze für Sie individuell konfiguriert.

 

Tipp 2: Trotz Hightech und Experten kann man sich nie sicher sein!

Eine Matratze zu finden, die auf Anhieb passt, ist nicht leicht und Fehlkäufe sind vorprogrammiert. Mit unserer Methode Körperdaten zu verrechnen, arbeiten wir sehr wissenschaftlich und logisch. Es kann jedoch immer sein, dass eine Zone im Härtegrad verändert werden muss. Jeder Mensch reagiert anders und so kann es sein, dass nach den ersten Nächten doch noch Etwas verändert werden muss. Unsere Zonen sind nicht miteinander verklebt und können kinderleicht nach dem Kauf getauscht werden. Wir kontrollieren den Verlauf Ihrer Wirbelsäule nach dem Kauf über Fotos, denn dass vorhandene Lattenrost oder Kissen kann die Lagerung beeinflussen.

 

Tipp 3: Achtung beim Probeliegen im Geschäft!

Falls Sie Schmerzen haben und verspannt sind, ist Probeliegen im Geschäft evtl. nicht der optimale Weg. Es kommt sehr oft zu Fehleinschätzungen, wenn Alles blockiert und diverse Strukturen am Körper überreizt sind. Es kann durchaus sein, dass Sie trotz optimaler Lage das Gefühl haben, dass Etwas nicht stimmt.

 

Tipp 4: Lieber Zuhause Probeschlafen nach wissenschaftlicher Methode!

Wir errechnen mit unserer Software und Ihren Körperdaten eine optimale Matratze für Sie, dazu müssen Sie nicht einmal ins Geschäft kommen. So können Sie Schritt für Schritt zuhause beim Probeschlafen an eine neue Liegesituation gewöhnen. Wir kontrollieren dann über Fotos nochmals Ihre Lagerung, um die Wirkung Ihres vorhandenen Lattenrosten zu berücksichtigen. Auf Wunsch kann jeder Bereich noch in allen erdenklichen Festigkeiten oder Materialien verändert werden. So werden Sie langfristig betreut und das Fehlkaufrisiko extrem reduziert.

 

Tipp 5: An diesem Bild können Sie sich orientieren, wo die Matratze stützen muss und wo diese nachgeben muss!

Orthopädische Matratzen

 

Tipp 6: Beratung vor und nach dem Kauf!

Ohne kompetente Beratung ist es schwierig, eine Lösung für ein komplexes Thema zu finden. Unser Konzept sieht es vor, Sie auch nach dem Kauf intensiv zu beraten. Als Physiotherapeut helfe ich seit Jahren Schmerzpatienten die Schlafsituation zu verbessern. Ich berate Sie persönlich vor dem Kauf, um alle wichtigen Daten zu sammeln und langfristig nach dem Kauf, falls es Änderungswünsche gibt.

 

So reduzieren Sie Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS, BWS oder LWS!

Finden Sie heraus, ob es eine Position gibt, in der Ihr Rücken etwas zu Ruhe kommt. Es kann eine ungewöhnliche Position sein, die Sie sonst eher meiden, wie z.B. Rückenlage mit hochgelagerten Beinen (Stufenbettlagerung). Schauen Sie sich Ihr Lattenrost an, ob Sie die beine hoch stellen können! Langfristig sollte eine entlastende Lagerung der Wirbelsäule in einem orthopädischen Schlafsystem umgesetzt werden. Wie Sie die Wirbelsäule lagern sollten, habe ich in meinem Artikel über orthopädische Matratzen beschrieben. Haben Sie neben Rückenproblemen auch Schulterschmerzen auf Ihrer Matratze? Dann sollten sich sich den verlinkten Artikel dazu durchlesen. Ist Ihr Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulenbereich, dann sollten Sie auf die richtige Höhe ihres Kopfkissens achten.