Welche Matratze bei Rückenschmerzen?
Text: Florian Dierk · Beratung vereinbaren
Welche Ursachen haben die nächtlichen Rückenschmerzen?
Um das zu verstehen, habe ich mir Fotos meiner Patienten auf deren vorhandenen Betten schicken lassen.
Die Ursache war deutlich zu erkennen
Die Zonierungen haben den Körperbau in keinster Weise berücksichtigt oder nicht zur Körperlänge gepasst. Somit verlor die Wirbelsäule die natürliche Ausrichtung.
Meine Empfehlung als Physiotherapeut
Sinnvoll bei Rückenschmerzen ist eine Matratze, die Körperform, Körperlänge & Liegeposition innerhalb der Liegefläche berücksichtigt!
Wie können verschiedene Körperformen berücksichtigt werden
Eine gute Lösung sind modulare Liegezonen, die individuell angeordnet werden. Dafür werden passende Festigkeiten für jeden Liegebereich errechnet und somit sitzt und passt alles besser.
Der Gamechanger: Mit einer Lordosenstütze den Rücken entlasten
Eine besonderes Merkmal ist eine Lordosenstütze, die passend auf Körperlänge bezogen platziert wird.
Kaltschaum oder Taschenfederkern – welches Material macht Sinn?
Als Physiotherapeut wurde ich über viele Jahre immer wieder gefragt, welche Matratze bei Rückenschmerzen sinnvoll ist. Dabei habe ich sowohl Kaltschaum, Taschenfederkern als auch Visco im praktischen Einsatz kennengelernt. Jedes dieser Materialien hat bestimmte Vorteile, zeigt in der Praxis jedoch auch typische Schwächen. Die folgende Übersicht erklärt die wichtigsten Unterschiede.
Visco
Vorteile
✓ sehr hohe Druckentlastung
✓ ruhiges Liegegefühl durch geringe Rückstellkraft
Nachteile
✗ geringe Stützkraft für die Körpermitte
✗ kann die Wirbelsäulenstabilität beeinträchtigen
✗ Positionswechsel wird erschwert (geringe Mobilität im Bett)
✗ reagiert stark auf Temperatur (wird bei Wärme weicher)
✗ Kann Hitzestau erzeugen
Kaltschaum
Vorteile
✓ Hohe Druckentlastung und Elastizität
✓ gute Unterstützung der Wirbelsäule
✓ hohe Rückstellkraft erleichtert Positionswechsel
✓ gute Anpassungsfähigkeit an Schulter und Becken
✓ Gute Belüftung
Nachteile
✗ Qualitätsunterschiede sehr groß
Taschenfederkern
Vorteile
✓ stabile Grundunterstützung
✓ langlebige Federstruktur
✓ relativ gute Anpassung
Nachteile
✗ Schulter sinkt bei Seitenschläfern häufig zu wenig ein
✗ Druckentlastung etwas geringer
✗ Federkern kann bei empfindlichen Personen störend wirken
Welcher Härtegrad ist sinnvoll
Experten raten generell bei Rückenproblemen, einen mittlerem Härtegrad zu wählen.
Eine punktelastisches Material unterstützt die Wirbelsäule!
Wenn Sie unter morgendlichen Schmerzen leiden, ist ein punktelastische Matratzenkern sinnvoll. Die Punktelastizität ermöglicht es, den ausladenden Körperbereichen, wie beispielsweise den Schultern, gezielt einzusinken, ohne dass die Bereiche außerhalb dieser Körperpartien zu stark verformt werden und sich die Unterstützung reduziert.
Kaltschaum ist optimal!
Matratzen aus hochwertigem Kaltschaum haben sich als zuverlässiger Partner in der Bekämpfung von Rückenschmerzen bewährt. Besonders wichtig sind die Rückstellkraft des Schaums und ein hohes Raumgewicht von mindestens 50 kg/m³. Durch meine Erfahrung als Physiotherapeut und Verkäufer an Schmerzpatienten seit 2013 kann ich bestätigen, dass Kaltschaum im Vergleich zu anderen Materialien bei meinen Kunden effektiver bei der Linderung von Rückenschmerzen ist.
Eine effektive Zonierung sorgt für Entlastung!
Sie hält Ihren Körper in einer korrekten Position und berücksichtigt dabei die natürliche Doppel-S-Krümmung Ihrer Wirbelsäule. Dank unserer aufwendigen und innovativen Liegezonen-Technologie wird eine optimale Unterstützung im Bereich Ihrer Körpermitte gewährleistet. Die reaktive Schulterzone entlastet nicht nur Schmerzen, sondern verhindert auch ein ungewolltes Anheben des Oberkörpers in der Seitenlage, was Rückenbeschwerden verursachen könnte.
Florian Dierk - Physiotherapeut & Inhaber
Eine Schulterabsenkung unterstützen den Rücken in Seitenlage
Gerade für Seitenschläfer, ist es entscheidend, dass der Schulterbereich ausreichend einsinken kann. Wenn Ihre Schulter nicht richtig einsinkt, wird Ihre Wirbelsäule nach oben gebogen, was die natürliche Ausrichtung stört. Daher ist eine Entlastung Ihrer Schulter nicht nur bei Schulterproblemen hilfreich, sondern kann auch dazu beitragen, die Wirbelsäule auszurichten.
Schmerzen im unteren Rücken (Lendenwirbelsäule)
Die Lendenwirbelsäule (LWS) ist sehr häufig durch Schmerzen beeinträchtigt, da sie biomechanisch großen Belastungen und Hebeln ausgesetzt ist. Beim Schlafen auf einer Matratze, die nicht auf Sie abgestimmt ist, können Schmerzen im unteren Bereich entstehen oder verstärkt werden. Eine zu weiche Matratze lässt Ihre Lendenwirbelsäule durchhängen, und auf einer zu harten Matratze knickt Ihr Becken oder Gesäß nach oben. In beiden Fällen entsteht Druck an der Lendenwirbelsäule und es kann zu Schmerzen kommen.
Eine Matratze mit Lordosenstütze unterstützt den LWS-Bereich!
Eine Lendenwirbelstütze ist ein etwas festerer Bereich, der gezielt Ihre Lendenwirbelsäule unterstützt, um sie zu entlasten. Die sogenannten Lordosenstützen haben laut einer aktuellen Studie nachweislich einen positiven Einfluss auf die Reduzierung von Schmerzen im Lendenbereich. Eine Lendenwirbelstütze gewährleistet, dass Ihre Wirbelsäule in ihrer natürlichen Doppel-S-Form bleibt, was auch zu einer idealen Entlastung der Bandscheiben führt.
So reduzieren Sie Schmerzen im unteren Rücken auf einer Matratze
Beim Großteil meiner Patienten reduzierte eine Lendenwirbelstütze in der Lordose die Schmerzen im unteren Rücken.
FAQ – Welche Matratze bei Rückenschmerzen?
Schmerzen im oberen und mittleren Rücken
Schmerzen im oberen (HWS) und mittleren Rücken (BWS) entstehen, so wie im unteren Rücken. Die Wirbelsäule wird nicht optimal aufgenommen und in eine ungünstige Haltung gezwungen. Das Verhältnis zwischen Einsinken und Unterstützen durch die Liegezonen stimmt nicht. Die Körperform, die Schlafposition und die Körperlänge werden bei vorgefertigten Matratzen im Härtegrad nicht berücksichtigt.
So reduzieren Sie Schmerzen im oberen und mittleren Rücken beim Liegen
Auch hier ist die Lösung wieder, dem Körperbau des Menschen gerecht zu werden, indem Körperbau, Schlafposition und Körperlänge berücksichtigt werden.
Zusammenhang mit anderen Krankheitsbilder
Es besteht ein Zusammenhang mit speziellen Krankheitsbildern wie Skoliose, Adipositas oder Fibromyalgie. Hier muss je nach Ausprägung ein spezifischer Schwerpunkt gesetzt werden und neben einer passenden Schlafunterlage auch ein orthopädischer Lattenrost in Erwägung gezogen werden.
Wie wichtig ist der Lattenrost?
Ein passender Lattenrost kann die Stellung der Wirbelsäule sehr effektiv steuern. Der Effekt wird oft unterschätzt.
Studien & Quellen
Aus physiotherapeutischer Sicht ist entscheidend, dass die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Position unterstützt wird und Druckpunkte reduziert werden. Genau dazu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen.
Mehrere Studien zeigen übereinstimmend, dass insbesondere der mittel-feste Härtegrad Vorteile bietet. Er unterstützt die Wirbelsäule ausreichend, ohne dass der Körper in eine ungünstige Position gedrückt wird.
Eine systematische Übersichtsarbeit von Caggiari et al. (2021), in der zahlreiche Studien ausgewertet wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass der richtige Härtegrad einen messbaren Einfluss auf Schlafqualität, Komfort und Wirbelsäulenausrichtung hat.
Zur Studie von Caggiari et al. (2021)
Auch eine randomisierte klinische Studie von Kovacs et al. (2003), veröffentlicht im Lancet, zeigt, dass Probanden mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken auf mittel-festen Matratzen signifikant weniger Schmerzen und Einschränkungen hatten als auf sehr harten Matratzen.
Zur Studie von Kovacs et al. (2003)
Weitere Untersuchungen bestätigen diesen Zusammenhang und zeigen, dass sich eine angepasste Liegefläche positiv auf Schlafqualität und Schmerzempfinden auswirken kann.
Wichtig ist dabei: Die Studien zeigen klare Tendenzen, ersetzen jedoch keine individuelle Anpassung. Entscheidend ist nicht nur der Härtegrad, sondern wie gut die Matratze zum eigenen Körper passt.
Ergänzende Erkenntnisse
Einige Untersuchungen zeigen zudem, dass Schlaf und Rückenschmerzen sich gegenseitig beeinflussen. Schlechter Schlaf kann Schmerzen verstärken, gleichzeitig können Schmerzen die Schlafqualität deutlich verschlechtern.
Zur Übersichtsarbeit von Kelly et al. (2011)